Gutenberg-Editor im Vergleich

Der Gutenberg-Editor im Vergleich zu Pagebuildern

Inwieweit lässt sich der neue WordPress Gutenberg-Editor mit bisherigen Pagebuilder-Lösungen vergleichen? Immer mehr Anwender steigen auf WordPress 5.0 und finden den Block-Editor als Standard voreingestellt. Daher werden wir häufiger gefragt, ob er tatsächlich ein Ersatz für bereits existierende Lösungen zur Seitenerstellung in WordPress ist? Dieser Frage wollen wir in unserem Beitrag nachgehen.

Wie gut ist der neue WordPress-Editor Gutenberg zu anderen Pagebuildern?

Gutenberg ist der neue Standard-Editor von WordPress. Er verwendet Blöcke, um Inhaltselemente für Beiträge und Seiten hinzuzufügen und anzuordnen, daher der Name Blockeditor. Er wird als eine moderne Art und Weise präsentiert, Inhalte in WordPress zu bearbeiten.

WordPress-Pagebuilder-Lösungen zur Seitenerstellung sind demgegenüber Drag-and-Drop-Design-Tools, mit denen Sie vollständig benutzerdefinierte Website-Designs erstellen können. Die wichtigsten WordPress-Pagebuilder-Tools wie Visual Composer, Divi oder Elementor sind wesentlich leistungsfähiger und flexibler.

Fehlende Drag & Drop features

Gutenberg ist kein Drag-and-Drop-Editor. Es lassen sich Blöcke hinzufügen und sie können diese nach oben oder unten verschieben. Sie können jedoch nicht die Breite oder Höhe von Blöcken verändern, Blöcke innerhalb anderer Blöcke hinzufügen oder komplexe Layouts mit Hilfe von Spalten und Zeilen erstellen. Mit Pagebuildern können sie Blöcke per Drag & Drop erstellen, die Spaltenzahl einfach festlegen, Höhe und Breite anpassen und sogar Blöcke innerhalb von Blöcken erstellen.

Andererseits können Sie mit dem Page Builder Blöcke/Swidgets ziehen und ablegen, ihre Höhe und Breite anpassen und sogar Spalten erstellen und Blöcke innerhalb anderer Blöcke hinzufügen.

Dem Gutenberg-Editor fehlen Editiermöglichkeiten im Frontend

Gutenberg stellt Ihnen keine Live-Vorschau Ihres tatsächlichen Beitrags oder Ihrer Seite zur Verfügung. Es handelt sich um einen reinen Backend-Editor, auch wenn versucht wird, die Vorschau der Seite so gut wie möglich darzustellen. Viele Pagebuilder-Tools arbeiten hier besser und erlauben Ihnen Ihr Layout in einer Live-Vorschau zu bearbeiten. Allerdings haben wir schon des Öfteren die Erfahrung machen müssen, dass die Layout-Bearbeitung im Frontend fehleranfällig ist. Dies kann bis hin zum kompletten Zerstören Ihres Layouts führen. Daher empfehlen wir als Webagentur generell das Arbeiten im Backend. Es hat sich bewährt, zwei Tabs zu öffnen – einen Tab für das Frontend, einen für Tab für das Backend. So können Sie schnell zwischen Bearbeitungsmodus und Fronteid-Ansicht (nach einer Aktualisierung der Seite) wechseln.

Der Gutenberg-Editor verfügt nur über ein Inhaltslayout

Der Gutenberg-Editor gibt Ihnen mit dem Blockkonzept die Möglichkeit, Inhaltslayouts zu erstellen. Diese sind in ihren Möglichkeiten jedoch ziemlich begrenzt. Verwenden und bearbeiten können Sie bisher Spalten, Tabellen und Bilder in voller Breite. Sie können zwar das Spektrum der Blockgestaltung mit kostenlosen Plugins erweitern, sie sind jedoch immer noch eingeschränkt bei der Gestaltung des Layouts. Andere Pagebuilder sind hier wesentlich flexibler. Sie können damit nicht nur Inhalte hinzufügen, sondern auch das gesamte Seitenlayout ändern. So können Sie zum Beispiel den Blöcken benutzerdefinierte Ränder hinzufügen. Damit bieten sie insgesamt mehr Gestaltungsmöglichkeiten für jeden Block.

Der Gutenberg-Editor verfügt über weniger Inhaltselemente

Der Gutenberg-Editor kommt mit einem guten Satz von Standardblöcken, die alle gängigen Inhaltselemente abdecken. Es ist auch möglich, Blöcke auch in anderen Beiträgen und sogar auf anderen WordPress-Websites zu speichern und wiederverwenden. Darüber hinaus verfügt Gutenberg über eine leistungsfähige API, die es Plugin-Entwicklern ermöglicht, auch eigene Blöcke zu erstellen. Alle Top-WordPress-Plugins haben bereits ihre eigenen Gutenberg-Blöcke, die Sie verwenden können.

Pagebuilder verfügen über umfangreichere Möglichkeiten. Hier können Sie mit noch mehr Blöcken, Modulen und Widgets arbeiten. Sie bieten erweiterte Inhaltselemente wie Akkordeons, Banner, Gallerien, Schaltflächen für Aktionsaufrufe, Kontaktformulare und mehr. Sie können auch einzelne Blöcke, Zeilen oder ganze Vorlagen speichern, um sie später wiederzuverwenden. Auch die Pagebuilder verfügen über eigene API-Schnittstellen, die es anderen Entwicklern ermöglichen, Erweiterungen und Blöcke zu gestalten und zu implementieren. So gibt es zum Beispiel das Ultimate-Addons-Pack für den VisualComposer.

Der Gutenberg-Editor als Generalist

Die Philosophie hinter dem Gutenberg-Editor ist eine andere als hinter Pagebuilder-Lösungen. Gutenberg ist der neue Standardeditor von WordPress. Das heißt, er muss kompatibel mit wichtigen Funktionen sein. Er muss fehlerfrei arbeiten für viele Anwendungsgebiete von Websites, also für Blogs, für Websites von Unternehmen, für Shop-Anwendungen, für Portfolio-Websites, etc. Damit bleibt der ein Generalist, der in seinen Möglichkeiten auch immer etwas eingeschränkt sein wird.

Fazit

In der aktuellen Form stellt der neue Editor Gutenberg eine große Verbesserung gegenüber dem Classic-Editor dar. Allerdings ist er kein Ersatz für die mächtigen Pagebuilder-Tools zur Seitenerstellung. Das will er auch gar nicht sein. Dazu ist der Unterschied in der Flexibilität noch zu groß.

Bei einer grundlegenden Seitengestaltung (z.B. ein Blog-Beitrag oder einer einfachen Kontaktseite) kann der Gutenberg-Editor bereits wertvolle Dienste verrichten und Sie benötigen dafür keinen umfangreichen Pagebuilder.

Die Funktionalität des Gutenberg-Editors soll laut WordPress-Roadmap auf weitere Bereiche der Website wie Menüs, Widgets und sogar den Customizer ausgedehnt werden. Vielleicht gelingt es WordPress sogar, die Funktionalität gegenüber Pagebuildern weiter anzunähern und dabei weiterhin einen Geschwindigkeitsvorteil für sich verbuchen zu können.

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